Schleifen heißt meist, dass das Reibmaterial weg ist und Metall auf Metall läuft. Die Trägerplatte des Belags schneidet in die Bremsscheibe, was die Scheibe schnell zerstört — aus einem Belagwechsel werden also Beläge und Scheiben, und wenn es bleibt, auch ein Bremssattel. Die Bremswirkung ist währenddessen deutlich schlechter.
Nicht weiterfahren, wenn das Geräusch beim Bremsen laut und durchgehend ist. Das ist eines der wenigen Bremssymptome, bei denen Weiterfahren die Reparatur binnen kurzer Strecke wirklich um ein Mehrfaches teurer macht.
Es von zwei harmlosen Geräuschen unterscheiden. Ein leichtes Quietschen ist oft der Verschleißanzeiger bei der Arbeit — eine bewusste Warnung, dass die Beläge nahe an ihrer Grenze sind — oder schlicht Staub und Verglasung, was lästig ist statt dringend. Und Flugrost nach Regen oder einer Nacht im Freien erzeugt für die ersten paar Bremsungen ein Kratzen, das sofort verschwindet; das ist normal.
Ein Schleifen, das mit der Raddrehung statt mit dem Bremsen kommt und geht, ist ein anderer Fehler — ein Stein im Schutzblech, oder ein ausfallendes Radlager. Die Prüfung ist, ob es vom Pedal abhängt: pedalabhängig ist Reibmaterial, drehungsabhängig ist etwas anderes.
Ein Rad, das nach einer Fahrt viel heißer ist als die anderen, weist auf einen klemmenden Bremssattel, der schleift, weil der Belag ständig anliegt und allein an dieser Ecke durchgeschliffen wird.
Und ein Schleifen an einem Fahrzeug, das gestanden hat, ist oft nur Rost auf Scheiben und Belägen, die begonnen hatten, sich zu verbinden — was binnen weniger Bremsungen verschwindet und nichts braucht. Alles, was darüber hinaus bleibt, ist die echte Sache.